Belgien bricht die Liga ab – ein Vorbild für Deutschland?
Es ist passiert: Belgien hat als erstes Land überhaupt den Abbruch der laufenden Fußball-Saison bekanntgegeben. Das Gesundheitsrisiko für die Spieler sei selbst im Rahmen von Geisterspielen viel zu hoch, hieß es dazu vom Verband. Zudem werde der Wettbewerb „in inakzeptabler Weise verzerrt“, sollten sich Spieler einer Mannschaft infizieren. Im Prinzip scheinen beide Argumente so auch für Deutschland zu gelten. Ist Belgien also ein Vorbild für die erste und zweite Bundesliga? Die UEFA hat dazu eine klare Meinung.
Belgien bleibt noch viele Antworten schuldig
Nach aktuellem Stand ist Belgien allein deshalb kein Vorbild, weil der Verband noch viele wichtige Fragen unbeantwortet gelassen hat. Fest steht lediglich, dass Club Brügge zum Meister erklärt worden ist. Der Verein hatte in der Tabelle 15 Punkte Vorsprung als abgebrochen wurde. Alle anderen Fragen (Auf- und Absteiger, internationaler Wettbewerb, finanzielle Regelungen) soll eine neue Arbeitsgruppe klären – und zwar bis zum 15. April. Hier gibt es eine Generalversammlung der belgischen Liga, die alle Beschlüsse rechtskräftig machen soll. In nicht einmal zwei Wochen ein tragfähiges Konzept zu finden, mit dem alle Beteiligten einverstanden sind, erscheint sportlich, um es vorsichtig auszudrücken.
UEFA rät von Saisonabbrüchen ab
Die UEFA hat auf den belgischen Abbruch mit einem Statement an Deutschland und die weiteren Mitgliedsländer reagiert. Man halte es für verfrüht, jetzt bereits abzubrechen. Der europäische Verband sei weiterhin optimistisch, dass die Saison nach Vorgaben der Behörden fortgesetzt werden könne. Die Entscheidung Belgiens sei „zu diesem Zeitpunkt verfrüht und nicht gerechtfertigt.“ Um terminlichen Raum für die nationalen Ligen zu geben, überlegt die UEFA zudem, Europa League und Champions League erst im Juli und August fortsetzen zu lassen.