DFB: Diskussion um die Rolle Özils

Manchmal muss Jogi Löw denken, er sei im falschen Film: Während der fünf Turniere, in denen der Bundestrainer nun schon die Verantwortung trägt, schied die Nationalmannschaft nie vor dem Halbfinale aus. Dies ist einmalig in der Geschichte des Fußballs überhaupt. Trotzdem wissen es in der Heimat die Experten und die „Couch-Bundestrainer“ stets besser. Jüngstes Beispiel ist die Position von Mesut Özil, der bei dieser WM auf den Außen aktiv ist, weil Löw das Zentrum Toni Kroos überlässt.

Strunz: Özil gehört auf die Spielmacher-Position
Beispielhaft sei die Einlassung von Thomas Strunz bei „Sport 1“ genannt. Dort fordert er, dass der Deutsch-Türke „Spielmacher“ sein solle. Flankiert wird er von Thomas Berthold, der verlangt, dass Andre Schürrle auf den Außen von Anfang an spielen darf. Diese zwei Namen sind nur der Bruchteil einer langen Liste. In vielen deutschen Online-Medien kann man inzwischen abstimmen, ob Özil im Zentrum spielen solle, weil sich nach wie vor das Gerücht hält, dass Löw Philipp Lahm wieder auf die Rechtsverteidiger-Position beordert hat, weil er aus der Heimat zu viel Druck erhalten habe. Tatsächlich macht er damit aber auch nicht alle Experten glücklich. Christian Wörns fordert beispielsweise, dass Jerome Boateng auf diese Position zurückkehren solle.

Nationalteam mit Özil zufrieden
In der Nationalmannschaft versucht man, die Kritiker an Özil mit sachlichen Argumenten zu widerlegen. Co-Trainer Hans Flick erklärte, man sei mit der Leistung des Deutsch-Türken zufrieden. Dieser spiele in diesem Turnier eben eine andere Rolle als bisher. Kein Team spiele weniger Fehlpässe als Deutschland, heißt es vom Trainerstab. Dies sei auch Özils Verdient. Zudem laufe kaum eine Mannschaft mehr als die DFB-Elf. Und Özil liege stets über dem Team-Durchschnitt. Die DFB-Elf läuft im Schnitt knapp zehn Kilometer pro Spiel. Özil kommt auf fast elf. Nur Philipp Lahm mit 11,83 Kilometern im Durchschnitt ist noch mehr unterwegs. Alle Spieler, die mehr Wege als die deutschen Akteure zurückgelegt haben, sind inzwischen aus dem Turnier ausgeschieden. Vermutlich werden diese Dinge aber dennoch nichts an der Kritik an Özil ändern.

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