Leipzig-Pleite: Schmidt macht Leno zum Sündenbock
Es war eine 2:3-Pleite der bitteren Sorte, die Bayer 04 Leverkusen gegen RB Leipzig am elften Spieltag kassierte. Man lag zwei Mal im eigenen Stadion in Führung und hätte das Duell mit dem neuen Tabellenführer eigentlich für sich entscheiden müssen. Zumal man sogar beim Stande von 2:1 einen Elfmeter hatte, den Hakan Calhanoglu allerdings versemmelte. Es war nicht das nicht erste Mal in dieser Saison, dass dem Türken vom Elfmeterpunkt die Nerven versagten. Sein Coach Roger Schmidt fand dies allerdings nicht sonderlich schlimm. „Wir werden irgendwann mal einen reinschießen“, so der höhnische Kommentar des Coaches. Schmidt konnte wohl deshalb mit dem verschossenen Elfmeter leben, weil er in Gestalt von Bernd Leno einen Sündenbock gefunden hatte.
Schmidt: Leno muss 2:2 halten
Den Trainer der Werkself ärgerte es maßlos, dass der Nationalkeeper den Ball zum 2:2 von Emil Forsberg in den Kasten ließ. Zwar sah Leno dabei wirklich nicht sonderlich gut aus, aber dass Schmidt die Szene öffentlich mit Sätzen wie „so einen Treffer hat er im ganzen Leben noch nicht gekriegt“ oder „aus der Distanz kann man so einen Ball schon mal halten“ kommentiert, ohne zu erwähnen, dass seine Defensive so überhaupt keine Lust hatte, den Gegner am Schuss zu stören, ist freundlich ausgedrückt schon ungewöhnlich. Es sei nur erwähnt, dass das Verhältnis zwischen Leno und Schmidt bereits in der letzten Saison extrem schlecht war und nur sehr mühsam wieder gekittet werden konnte.
Schmidt: Belastung ist zu hoch
Die Schuld an der fünften Niederlage der Bundesliga-Saison trägt in den Augen von Schmidt also Bernd Leno. Dass es bereits fünf Pleiten sind, sei der hohen Belastung zuzuschreiben, ist der Trainer überzeugt. Tatsächlich hat man bislang aber nur fünf Partien mehr als beispielsweise Leipzig. Wolfsburg, das fünf Spiele weniger gemacht hat, konnte man am zehnten Spieltag bezwingen und drehte dabei das Spiel. Nach Niederlagen wirkt es oft so, als sei Schmidt keine Ausrede zu billig.