RB Leipzig: Ranging offenbar neuer Coach
Wenn man möchte, dass etwas richtig gemacht wird, dann muss man es selber machen – so lautet ein altes Sprichwort, an das sich Ralf Rangnick dieser Tage wohl erinnert gefühlt haben mag. Wie zahlreiche Medien (u.a. kicker, Sport1) übereinstimmend berichten, übernimmt der Sportchef von RB Leipzig ab dem Sommer auch den Posten als Cheftrainer. Er wird beide Jobs in Personalunion ausüben. Es ist offenkundig eine Reaktion darauf, dass die Sachsen keinen besseren Mann gefunden haben.
Wunschkandidaten sagten alle ab
Ursprünglich sollte Thomas Tuchel in der kommenden Saison der neue Trainer von RB Leipzig sein. Jener verspürte allerdings so überhaupt keine Lust auf die zweite Liga und sagte ab. Die richtige Entscheidung, wie man inzwischen weiß. Immerhin darf er künftig Borussia Dortmund trainieren.
Leipzig baggerte dann intensiv an Markus Gisdol von der TSG Hoffenheim. Es war in etwa die Zeit, in der Rangnick nicht müde wurde, jedem, der es hören wollte, zu erzählen, dass er selbst ganz sicher nicht Leipzig trainieren werde. Er sei mit seiner Aufgabe als Sportchef voll und ganz ausgelastet. Dummerweise sagte Gisdol ab. Und die Kandidatenliste umfasste offenbar nur die beiden genannten Namen. Klubeigner Red Bull begann deshalb vor einigen Wochen damit, Rangnick zu bearbeiten, er solle sich das mit dem Trainer sein doch noch einmal überlegen. Und da der Sportchef über ein hungriges Ego verfügt, waren diese Überzeugungsversuche offenbar von Erfolg gekrönt.
Ironie mit Zorniger
Die Personalentscheidung von Rangnick für Rangnick entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Im Frühjahr feuerte Leipzig den bisherigen Cheftrainer Alexander Zorniger, weil der es für gut gehalten hatte, wenn RB noch ein Jahr in der zweiten Liga bleiben würde – so wie es auch gekommen ist. Rangnick hingegen wollte sofort aufsteigen. In der kommenden Saison muss der Sportchef in der zweiten Liga Trainer sein, wohingegen sich Zorniger beim VfB Stuttgart in der Bundesliga beweisen darf.