Kleines Nordderby: Allofs stänkert gegen Werder

Wenn der SV Werder Bremen im kleinen Nordderby auf den VfL Wolfsburg trifft, ist es für einige Teilnehmer stets ein Wiedersehen mit dem Ex-Verein: Innenverteidiger Naldo ist bei den Hanseaten beispielsweise zum Nationalspieler gereift. Und Wölfe-Manager Klaus Allofs formte aus Bremen einen Stammgast in der Champions League. Der Abschied des heute 58-Jährigen stieß vielen Bremern sauer auf. Dabei war es nicht nur der Umstand, dass Allofs Werder ausgerechnet mit Wolfsburg tauschte, das nirgendwo sonderlich beliebt ist, der die Fans störte (und Verantwortlichen) störte. Auch der Satz, er habe in Bremen „ein bestelltes Feld“ hinterlassen, wirkte für den Klub, der seit dem Abschied von Allofs drei Jahre hintereinander nur gegen den Abstieg kämpfte, wie ein schlechter Witz. Die jüngsten Bemerkungen des Wölfe-Bosses dürften seine Popularität in Bremen nicht eben steigern.

Allofs giftet gegen Filbry
Begonnen hatte der jüngste Streit zwischen Werder und Wolfsburg durch eine Aussage von Bremens oberstem Geschäftsführer Klaus Filbry, der auf der Jahreshauptversammlung der Hanseaten erklärt hatte, Werder werde nicht „zu einem Vitamin B-Verein wie Hoffenheim, Leverkusen und Wolfsburg“.

Allofs giftete anschließend, er sei überrascht über diese Aussage und könne sich über jene nur wundern. Filbry müsste doch eigentlich am besten wissen, „was das Engagement von VW für Werder bedeutet“. Zwischen den Zeilen klang durch: Es sei doch höchst unfair den Tochterverein des Konzerns zu beschimpfen, der selbst zu den eigenen Top-Sponsoren gehört.

Wer liegt richtig?
VW gehört tatsächlich zu den größten Sponsoren Werders, ist dabei aber nicht von herausragender Bedeutung. Der Autobauer zahlt pro Saison zwei Millionen Euro und stellt den Bremern eine Fahrzeugflotte. Es ist nur ein Bruchteil (etwa 1/50) von dem Geld, das Wolfsburg von VW bekommt – auch das wird Allofs wissen. Beim gemeinsamen Essen mit den Werder-Verantwortlichen im Rahmen der Bundesliga-Partie zwischen Bremen und den Wölfen werden es ihm die Hanseaten im Zweifel auch noch einmal sehr deutlich sagen.

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