Transferbann: Real hält Bayern für den Verräter
Es ist nicht klar, ob die Verdächtigungen, die Real Madrid gegen den FC Bayern München hegt, tatsächlich zutreffen – oder überhaupt existieren. Jedoch falls ja, so sind die Königlichen dem deutschen Rekordmeister wohl voll ins offene Messer gelaufen. Aber der Reihe nach: Real wurde von der FIFA mit einem Transferbann wegen Verstößen gegen die Wechselvorschriften bei minderjährigen Spielern belegt. Die Königlichen sind darüber nicht sonderlich erbaut – und halten sich wenig überraschend für unschuldig. Tatsächlich widerlegen sie sich diesbezüglich aber gleich selbst. In ganz Madrid sucht man nämlich inzwischen nach dem „Verräter“, der Real (und auch Atletico) bei der FIFA verpfiffen hat. Dies ist nicht unbedingt das Verhalten eines Unschuldigen. Und inzwischen glaubt man laut der spanischen Zeitung „Sport“ die „Schlange im Garten“ gefunden zu haben: Der FC Bayern München soll es sein, der Real beim Weltverband angeschwärzt hat.
Real wähnt „Bayern hinter all dem“
Die Verantwortlichen der Königlichen wähnen laut Quelle die Bayern „hinter all dem“. Die Münchner seien die „schwarze Hand“, die im Hintergrund die Fäden ziehe. Schließlich sei der deutsche Meister als Verräter „vorbelastet“: Immer wieder hätten die Bayern in der Vergangenheit Verstöße gegen das Financial Fair Play von Klubs öffentlich angeprangert. Darüber hinaus wollten die Bayern durch ihre Aktion jetzt verhindern, dass Real Robert Lewandowski von einem Wechsel in die spanische Hauptstadt überzeugen könne.
Quelle steht Barcelona nahe
Zusätzliche Dramatik erhält der Bericht allerdings dadurch, dass sowohl die Quelle wie insbesondere auch Francesc J. Gimeno, der den fraglichen Artikel verfasste, dem FC Barcelona sehr nahe stehen. Und dort hat man fraglos ein Interesse daran, dass Real geschwächt wird. Wenn Bayern zeitgleich wie ein Verräter dasteht, erscheint dies noch umso besser. Ob Real den deutschen Meister tatsächlich verdächtigt, darf deshalb in Zweifel gezogen werden. Sollte der Bericht jedoch stimmen, hätten die Königlichen kaum effektiver ihr eigenes Image beschädigen können. Als Täter den Augenzeugen zu beschuldigen, dass er die Tat angezeigt hat, ist keine weise Strategie.