Bailey-Skandal: Leverkusens Bosse suchen die Aussprache

Leon Bailey gehört zu den Sorgenkindern bei Bayer 04 Leverkusen. In der letzten Saison träumte er öffentlich über Monate von einem Wechsel zu einem größeren Verein und reagierte deutlich verschnupft, als daraus nichts wurde. In dieser Spielzeit passen die Leistungen des 21-Jährigen bislang überhaupt nicht. Und jüngst kam auch noch Nationalmannschaftsärger dazu. Die Verantwortlichen der Werkself wollen deshalb reagieren. Sportchef Rudi Völler kündigt in der „Bild“ eine Aussprache mit dem Spieler und dessen Stiefvater Craig Butler an, der als Baileys Berater tätig ist.

Ist Bailey fremdgesteuert?

Bailey hatte sein Länderspieldebüt für Jamaika abgesagt, weil nicht auch sein Bruder nominiert wurde. Dabei hatte der 21-Jährige ein mangelhaftes Auswahlverfahren beklagt, das unfair sei. Es müssten Spieler in die Landesauswahl berufen werden, mit denen er auch zusammenspielen könne, weil er sonst seiner Karriere schade, wenn er für Jamaika auflaufe, jammerte der Flügelstürmer.

Der jamaikanische Verband ließ diese Aussagen so abdrucken und zog damit Butlers Zorn auf sich. Der ließ über seine Agentur „Phoenix All Stars Football Academy“ mitteilen, dass die Worte des 21-Jährigen „manipuliert“ worden seien, um ein „negatives Bild von ihm, seinem Bruder und mir zu malen.“ Man akzeptiere, was die Öffentlichkeit sage und werde jeden weiteren Kommentar unterlassen, schloss Butler. Eine eigene Erklärung für die Länderspielabsage oder gar keine Entschuldigung lieferte er nicht.

Besonders brisant: Butler lag über Jahre im Streit mit dem Verband Jamaikas. Wirklich beigelegt ist der Konflikt bis heute nicht. Der Verdacht liegt nahe, dass er seinen Stiefsohn deshalb zur Absage aufgefordert hat, nachdem sein anderer Sohn nicht nominiert wurde.

Was möchte Bayer durch das Gespräch erreichen?

Völler erklärte, dass man darüber sprechen wolle, wie das Thema Nationalelf weitergehe und was gut für den Spieler sei. Er fügte allerdings an, dass die Entscheidung für einen Landesverband die Privatsache eines Profis sei. Zwischen den Zeilen klingt deutlich durch, dass Bayer keine weitere Unruhe wünscht, wenn Bailey auf Länderspielreise gehen soll. Entweder einigt er sich gemeinsam mit seinem Stiefvater mit dem Verband oder verzichtet auf die Nationalmannschaft.

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