Rangnick und der AC Mailand – es wird doch nichts
Es waren Mammutverhandlungen. Über 18 Monate sprachen Ralf Rangnick und der AC Mailand miteinander. Eigentlich schien das Engagement des Deutschen nur eine Frage der Zeit zu sein. Dieser sollte als der starke Mann schlechthin kommen. Der 62-Jährige war darauf aus, in einer Doppelrolle als Trainer und Sportdirektor zu arbeiten – so wie er es über die Jahre für unterschiedliche RB-Vereine immer wieder erfolgreich getan hatte. Die Verkündung des Deals schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Es war ein offenes Geheimnis, dass Rangnick längst intensiv die italienische Sprache paukte. Doch dann kam alles anders.
Milans Siegesserie kostet Rangnick den Job
Es war Rangnicks Berater Marc Kosicke, der in einem Statement verkündete, dass der AC Mailand und sein Klient übereingekommen seien, dass „weder der Zeitpunkt noch das Momentum“ dafürsprechen würden, künftig zusammenzuarbeiten. Der 62-Jährige werde deshalb keine Funktion beim italienischen Verein übernehmen. Der Agent spielt mit dem ersten Teil seiner Aussage vor allem auf die Siegesserie Milans an. Die Rossoneri haben deshalb den Vertrag mit Coach Stefano Pioli verlängert. Rangnick hatte wohl die Möglichkeit, lediglich als Sportdirektor nach Mailand zu gehen. Diese Option schlug er jedoch aus.
Gegenwind aus dem Umfeld und der Mannschaft
Aber es war nicht nur die Siegesserie, die Rangnick den Job kostete bzw. ihn von der Idee abgebracht haben dürfte, für Milan zu arbeiten. Aus der Mannschaft soll es ebenfalls viel Gegenwind gegeben haben. Beispielsweise der frühere Leverkusener Hakan Calhanoglu hat sich angeblich mit flammenden Worten gegen den Deutschen ausgesprochen. Im Umfeld des Vereins waren ebenfalls nicht nur Freunde Rangnicks zu finden. Personen wie Fabio Capello wetterten ebenfalls gegen den 62-Jährigen und überquerten dabei mehr als nur einmal die Grenze zur Polemik. Rangnick mochte ein unruhiges und (zumindest in Teilen) feindliches Umfeld noch nie – bei Red Bull gibt es dieses nicht. Es ist deshalb nur konsequent, dass er auf seinem Posten um Getränke-Imperium bleibt.